Das Finanzsystem! Alle sitzen im selben Boot!

Das Schöne am Finanzsystem ist: Es ist völlig egal, welche Partei gerade am lautesten „Systemwechsel!“ ruft – am Ende landen alle wieder beim selben Geldautomaten.
Links, rechts, konservativ, liberal, FPÖ, AfD oder sonst irgendeine Partei mit drei Buchstaben und einem Wahlprogramm dicker als das Telefonbuch: Sobald es ums Geld geht, beginnt die große politische Zaubershow.
Die einen sagen: „Wir müssen mehr umverteilen!“
Die anderen: „Wir müssen Steuern senken!“
Die nächsten: „Der Staat muss sparen!“
Und irgendwo hinten steht jemand und fragt: „Aber wer bezahlt eigentlich die Rechnung?“
Darauf folgt betretenes Schweigen.
Denn unser Finanzsystem ist ein bisschen wie eine WG-Küche: Jeder beschwert sich über das Chaos, aber niemand weiß mehr, wer eigentlich den Kühlschrank gekauft hat.
Besonders lustig wird es beim Thema Staatsgeld. Parteien streiten leidenschaftlich darüber, wie der Staat mit Geld umgehen soll – während politische Parteien selbst innerhalb eines gesetzlichen Systems staatlicher Parteienfinanzierung arbeiten. In Österreich wurden 2025 rund 38 Millionen Euro für die Parteienförderung des Bundes aufgewendet.
Auch die FPÖ kann das System kritisieren und gleichzeitig darin politisch arbeiten. Die AfD fordert wiederum unter anderem niedrigere Steuern und eine Begrenzung von Abgaben.
Das ist ungefähr so, als würde jemand laut verkünden: „Ich hasse dieses Fitnessstudio!“ – während er gemütlich auf dem Laufband steht und seine Mitgliedskarte vorzeigt.
Am Ende wollen fast alle Parteien das Finanzsystem irgendwie verändern.
Nur eines bleibt erstaunlich konstant:
Das Geld muss irgendwo herkommen.
Und wenn es knapp wird, beginnt die wahrscheinlich älteste politische Tradition überhaupt:
„Wir müssen darüber reden.“
Dann wird geredet.
Dann wird diskutiert.
Dann wird ein Arbeitskreis gegründet.
Und schließlich wird festgestellt:
Für eine Lösung fehlt leider das Budget.
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