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Der deutsche Fernseher! Die größte Geduldsprobe seit der Fernbedienung!

Der deutsche Fernseher ist ein wahres Wunderwerk. Nicht wegen der Bildqualität oder des Klangs, sondern weil er es schafft, dass man nach drei Stunden Fernsehen plötzlich das Gefühl hat, man hätte den ganzen Tag gearbeitet. Zwischen endlosen Kochshows, Wiederholungen von Wiederholungen und Krimis, in denen grundsätzlich jeder verdächtig aussieht, bleibt kaum Zeit, sich zu fragen, warum man überhaupt eingeschaltet hat.

Kaum beginnt der Abend, läuft irgendwo ein Krimi. Ob Nordsee, Alpen oder Kleingartenverein – irgendwo liegt garantiert eine Leiche. Und während der Kommissar mit ernster Miene in den Sonnenuntergang schaut, weiß der Zuschauer längst: Der nette Nachbar war es. Oder der Gärtner. Oder beide.

Dann wären da noch die Reality-Shows. Menschen streiten sich wegen der Farbe eines Sofakissens oder diskutieren stundenlang darüber, wer den Joghurt gegessen hat. Bildung? Fehlanzeige. Unterhaltung? Geschmackssache. Fremdscham? Kostenlos.

Natürlich darf die Werbung nicht fehlen. Fünf Minuten Film, acht Minuten Werbung. Man hat genügend Zeit, Kaffee zu kochen, den Müll rauszubringen und sich zu fragen, ob man den Anfang des Films überhaupt noch kennt. Dafür weiß man anschließend ganz genau, welches Waschmittel sogar Flecken entfernt, die man im echten Leben nie hatte.

Die Quizsendungen beweisen schließlich, dass Deutschland ein Land der Experten ist. Jeder Zuschauer kennt zu Hause alle Antworten – natürlich erst, nachdem der Kandidat danebenliegt. Auf dem Sofa ist schließlich jeder ein Genie.

Trotz allem schalten Millionen Menschen jeden Abend wieder ein. Vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht aus Hoffnung, dass heute endlich etwas Neues läuft. Doch spätestens nach der dritten Krimi-Wiederholung wird klar: Im deutschen Fernsehen verändert sich nur das Datum. Der Rest bleibt zuverlässig gleich – und genau das macht es irgendwie auch wieder herrlich komisch.

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mikes@againstb.com

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